50 Jahre Galerie Chobot


09.09.2021 bis 22.10.2021


Eröffnung am Donnerstag
9. September 2021, 16 – 20 Uhr
es gelten die aktuellen Covid-19/
Corona Verordnungen

50 Jahre Galerie Chobot teilen sich in mehrere Abschnitte:

In der Yppengasse haben Manfred Chobot und ich im Haus der Schwiegereltern begonnen, die Vernissagen dauerten oftmals bis in die Morgenstunden, mitunter wurde auch Musik dargeboten, unter den Künstlerinnen Renate Bertlmann, Florentina Pakosta, damals nur wenigen Insidern bekannt. Bei der ersten Wiener Kunstmesse im Palais Lichtenstein präsentierten wir Entwürfe von Hrdlicka zu seinen Fresken im Wohnpark Alt Erlaa sowie „Speisebilder“ von Karl Anton Fleck. Anfangs hörten wir oftmals: „Ich kann mir Kunst nicht leisten.“ – „Einen van Gogh oder Picasso kannst du dir nicht leisten, jedoch Werke von Zeitgenossen.“ Wir verlegten Radierungen von Adolf Frohner, Alfred Hrdlicka, Fritz Martinz, Peter Sengl, Florentina Pakosta, Karl Anton Fleck und vielen anderen. Genau so wie die „Phantastischen Realisten“ das Interesse an Kunst durch ihre mediale Präsenz förderten, zerstörten sie später den Markt für Druckgrafik, indem sie es mit den Auflagenhöhen nicht genau nahmen. Da uns Skulpturen immer schon ein besonderes Anliegen waren, edierten wir als erste und einzige Wiener Galerie Bronzeplastiken von Alfred Hrdlicka, Rudolf Schwaiger, ließen von Heinz Stangl die einzige jemals verlegte Plastik gießen.

Von Beginn an hat mich das Zeichengenie Karl Anton Fleck begleitet und ich habe nach seinem viel zu frühen Tod, die gesamte Verlassenschaft samt Werknutzungsrechte gekauft.

Ein wichtiger Schritt war meine Lehrzeit beim Doyen des deutschen Kunsthandels Rudolf Springer, dadurch erlangte ich Zugang zu internationaler Kunst und konnte Ausstellungen mit Größen wie Baselitz, Penck, Kirkeby, Appelt nach Wien bringen. Dieses Programm präsentierte ich neben den Künstlern aus Gugging und Outsider Art, die uns immer ebenso sammlerisch interessierten, auf internationalen Messen, wie Los Angeles, Montreal, Basel, Köln, Frankfurt, Zürich, Paris. Durch diese Kunstmessen ergab sich die Möglichkeit, die Künstler der Galerie an ausländische Galerien zu vermitteln.

Die Umsätze änderten sich allemal, waren stark abhängig von Moden, der Wirtschaftslage bzw. politischer Stimmung. All diese Turbulenzen konnte ich durch eine disziplinierte Geschäftsgebarung überbrücken, dadurch errang ich im Ausland bei den berühmten Galeristen einen sehr guten Ruf. Dadurch war es mir möglich, renommierte Ausstellungen zu übernehmen.

Letztendlich setzte sich der Drang zur Skulpturengalerie immer mehr durch, da ausländische Galerien, mit denen ich zusammenarbeite, die hohe Qualität österreichischer Bildhauer in höchsten Tönen priesen und Österreich darum beneideten. Fritz Wotruba gelang es mit seinen Schülern, leider fast alle mittlerweile verstorben, einen nachhaltigen Impuls zu setzen, den ich wiederbelebte und diese Bildhauer in den Mittelpunkt positionierte, damit war ich in Wien auf weitem Feld allein. Abgesehen von der „Wotruba-Schule“ engagierte ich mich für Bruno Gironcoli, Walter Moroder, Alfred Haberpointner und Peter Dörflinger.

Folgerichtig habe ich, gemeinsam mit Bildrecht, zu meinem 70. Geburtstag den mit 10.000 Euro dotierten Dagmar Chobot Skulpturenpreis ins Leben gerufen, dadurch soll dieser Kunstsparte auch postum eine Unterstützung zuteilwerden.

Dagmar Chobot

 

Werke folgender Künstler:innen werden gezeigt:

Alfred Hrdlicka, Andreas Urteil, Walter Moroder, Peter Dörflinger, Bruno Gironcoli, Josef Pillhofer, Herbert Albrecht, Heinz Leinfellner, Wander Bertoni, Oskar Bottoli, A.R. Penck, Alfred Haberpointner, Oskar Höfinger, Rudolf Schwaiger,


Karl Anton Fleck, Felix Waske, Sevda Chkoutova, Verena (Georgy) Bretschneider, Gunter Damisch, Ernst Zdrahal, Franz Schwarzinger, Alexandra Marati, Herbert Flois, Ina Barfuss, Herbert Brandl, Josef Danner, Jiri Dokoupil, Gerda Leopold, Fritz Martinz, Henri Michaux, Arnulf Rainer, Michel Nedjar, Petr Pastrnak, Dorota Sadovska, Eva Schlegel, Walter Schmögner, Hans Staudacher, Heinz Stangl, Franz Ringel, Wolf Vostell, Marshall & Yeti, Erwin Wurm, Madge Gill.